Es ist wieder soweit, um das Jahr 2025 Revue passieren zu lassen und in die Zukunft zu blicken.
Das Jahr 2025 war von einer Zunahme der Fallzahlen geprägt. Die ehrenamtlichen Opferhelferinnen und -helfer, es standen durchgehend neun Ehrenamtliche zur Verfügung, waren in 73 alten und neuen Opferfällen über 250 Stunden im Einsatz. Insgesamt wurden 80 Betroffenen Hilfe und Unterstützung zuteil, wobei der Anteil der weiblichen Opfer 60% ausmachte. Es finden nach wie vor nur sehr wenige Jugendliche den Weg zum WEISSEN RING. Positiv war die zuletzt steigende Nutzung der ersten Kurzberatung während der Mitarbeiterbesprechung.
Wie in den Vorjahren machten die Deliktsbereiche Körperverletzungen, Sexual- und Tötungsdelikte 60 % der Fälle aus. Insbesondere bei den Tötungsdelikten war der Aufwand für die Betreuung hoch. In zahlreichen Fällen war es uns möglich, den Betroffenen durch eine finanzielle Unterstützungen aus einer tatbedingten Notlage zu helfen. Zudem haben wir Hilfeschecks bereitgestellt, die eine anwaltliche Erstberatung oder eine psychotraumatologische Erstberatung ermöglichen.
Im Laufe des Jahres konnten wir stets sicherstellen, dass auf Anfragen zeitnah reagiert und eine Betreuung gewährleistet wurde. Ich möchte allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an dieser Stelle herzlich danken, dass sie dazu beigetragen haben, den WEISSEN RING als eine zuverlässige Hilfe- und Beratungseinrichtung in der breiten Öffentlichkeit sichtbar zu machen.
Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass der WEISSE RING, der in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum feiert, seine Arbeit überdenken und in bestimmten Bereichen andere Formen von Hilfe und Unterstützung anbieten muss. Wir werden die Lotsenfunktion verstärkt nutzen und andere Leistungsträger in unsere Arbeit einbinden. Die Maßnahmen zielen darauf ab, sicherzustellen, dass die Opferarbeit nicht beeinträchtigt wird und dass wir den Betroffenen weiterhin eine starke Stimme geben.